Gedanken einer Mutter

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Der Moment im Kreißsaal, als einem die Hebamme ein schreiendes Bündel in die Arme legte, war unbeschreiblich schön. Unvorstellbar war jetzt der Gedanke, dass dieses entzückende Wesen irgendwann in der Lage sein könnte, mich zur Weißglut zu bringen. Ich hatte auch keine Vorstellung, wie viele Sorgen und Ängste es mit sich bringen kann, diesen kleinen Menschen durch sein Leben zu begleiten, sondern freute mich unbändig auf die vielen schönen Erlebnisse, die mich nun erwarteten. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Zugegeben, in vielen Nächten schlief ich bloß noch vier Stunden am Stück, aber was soll’s. In den nächsten Jahren lernte ich, mit Trotzanfällen meines hoffnungsvollen Nachwuchses umzugehen, hörte mich Sätze sagen wie „Jetzt iss endlich dein Gemüse auf“ und führte mit einem Kleinkind völlig sinnlose Diskussionen darüber, wann die richtige Schlafenszeit sei oder warum der Fernseher jetzt ausgeschalten wird. Und später meisterte ich die Herausforderung, mein Kind auch während der Pubertät zu lieben.

Und vor allem wuchs in all diesen Jahren die Hochachtung vor meiner eigenen Mutter, die immer für mich da war, mich bei meinen Vorhaben bestärkte und unterstützte und die mich mit viel Liebe an einer langen Leine zum Erwachsensein geführt hat. Und ich würde ihr nur zu gerne am Muttertag Blumen schenken und sie zum Essen ausführen, denn das hatte ihr immer so große Freude gemacht …

Eure Ennstalerin

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